Bitget: Auszahlungen starten in Phasen, XRP wartet auf den 2. Oktober

Bitget hat am 28. September die Bitcoin-Auszahlungen wieder aufgenommen und will nach dem Hack vom 24. September die übrigen Auszahlungen bis zum 2. Oktober in Phasen freigeben, bis dahin bleibt XRP gesperrt.

Der Zeitplan von Bitget

Nach dem Angriff am späten Abend des 24. September, bei dem Unbekannte rund 388 Millionen US-Dollar aus den Hot- und Warm-Wallets der Börse abzweigten, veröffentlichte Bitget einen gestuften Zeitplan für die Wiederherstellung der Auszahlungen. Am 28. September um 08:00 UTC (10:00 MESZ) starteten die BTC-Auszahlungen im Bitcoin-Netzwerk wie angekündigt. Am 29. September folgen ETH-Auszahlungen auf Ethereum, BSC, Arbitrum, Base und Optimism, am 30. September USDT auf Ethereum, BSC, Solana und Tron.

Am 2. Oktober um 08:00 UTC sollen alle übrigen Assets, Fiat-Auszahlungen und P2P-Geschäfte wieder laufen. XRP fehlt im Zeitplan als eigener Eintrag; es fällt nur durch Ausschluss in diese letzte Gruppe. Ob die XRP-Auszahlungen an diesem Tag tatsächlich geöffnet werden, hat Bitget nicht ausdrücklich zugesagt.

Warum XRP länger wartet

Der Grund für die Sperre ist die Bewegung der gestohlenen Token. Nach Auswertung der Kettendaten von Bitquery vom 26. September waren zu diesem Zeitpunkt rund 27,6 Millionen von insgesamt etwa 103 Millionen gestohlenen XRP von Angreifer-Konten weitergewandert, über neue Konten hin zu THORChain, wo der verfolbare Großteil Richtung Bitcoin getauscht wurde. Solange die Token unterwegs sind, bleiben die externen XRP-Auszahlungen laut Bitget deaktiviert, Einzahlungen funktionieren weiterhin. Handel und Einzahlungen laufen der Börse zufolge durchgehend.

Bitget sagte, private Schlüssel seien nicht kompromittiert und Kundenguthaben sowie Cold Wallets nicht betroffen. Der Angreifer habe eine Schwachstelle in einem Sicherheitsprodukt eines Drittanbieters genutzt, an hochstufige interne Zugänge gelangt und damit gefälschte Auszahlungsanweisungen durch die Risikokontrollen geschleust. Das Unternehmen kündigte an, den Umgang mit Drittanbieter-Sicherheitsprodukten zu überprüfen; Mandiant und SlowMist unterstützen die Untersuchung.

Was bis zum 2. Oktober stimmen muss

Bislang hat nur der erste Schritt stattgefunden: Bitcoin. Die Termine für ETH, USDT und die Restgruppe sind zugesagt, aber noch nicht erfüllt. Wer auf der Börse Guthaben hält, sollte die drei folgenden Termine im Blick behalten: 29. September (ETH), 30. September (USDT) und 2. Oktober (übrige Assets, Fiat, P2P). Bleibt ein Termin aus, wäre das ein erstes Warnsignal, dass der Plan ins Rutschen kommt.

Bitget sagt, alle Verluste werde sein User Protection Fund, der 5.500 BTC hält, vollständig abdecken. Ob das bei rund 388 Millionen US-Dollar Schaden tatsächlich reicht, hat das Unternehmen selbst nicht belegt; das ist bis zur vollständigen Erstattung offen. Für Anlegerinnen und Anleger in Österreich ist der Fall ein mahnendes Beispiel dafür, dass Assets auf einer Börse dort auch gesperrt werden können, wenn der eigene private Schlüssel unberührt bleibt. Wer seine Coins langfristig halten will, kann sie nach der Wiederherstellung auf eine eigene Wallet ziehen.

+ posts

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.

Leave a Comment