Hester Peirce tritt von der SEC zurück
SEC-Kommissarin Hester Peirce tritt am 2. Oktober 2026 von ihrem Amt zurück. Das kündigte sie selbst am 25. September in einem Beitrag auf X an, in dem sie ihr Rücktrittsschreiben veröffentlichte und nur schrieb: „T minus 7″. In dem Beitrag auf X zeigte sie ein Foto des unterschriebenen Schreibens.
Peirce galt in der Branche als „Crypto Mom“, weil sie jahrelang für verlässliche Krypto-Regeln eintrat, während die SEC unter den Vorsitzen von Jay Clayton und Gary Gensler auf scharfe Durchsetzung setzte. Sie selbst lehnte das Etikett Branchen-Anwältin ab und nannte sich einmal eine „freedom maximalist“. Im Rücktrittsschreiben bezeichnete sie den Dienst an der SEC als „die Ehre meines Berufslebens“ und äußerte sich zuversichtlich zur Führung durch Vorsitzenden Paul Atkins und Kommissar Mark Uyeda.
Knapp neun Jahre an der SEC
Peirce nahm ihren Sitz am 11. Jänner 2018 ein, berufen von US-Präsident Donald Trump. Ihre zweite Amtszeit lief am 5. Juni 2025 aus; nach den Regeln der SEC durfte sie bis zu 18 Monate im Übergangsstatus weiterarbeiten. Ende der Amtszeit stand sie an der Spitze der Crypto Task Force der Behörde, noch bevor Chairman Paul Atkins ins Amt kam. Ab November wird sie als außerordentliche Professorin an der Regent University School of Law lehren, wie die Universität bereits am 19. Mai 2026 mitteilte.
Ihre Vorschläge prägten die Krypto-Debatte in den USA: Dazu gehörten Schonfristen für Token-Projekte, die Startups Zeit geben sollten, sich zu dezentralisieren, bevor das volle Wertpapierrecht greift.
Abschied mit einem Appell für mehr Datenschutz
Am 23. September hielt Peirce auf der Digital Assets Conference der Securities Industry and Financial Markets Association in New York eine Rede mit dem Titel „Looking for Change in Haystacks“, deren Text auch auf der Website der SEC steht. In der Rede argumentierte sie, dass Aufsichtsbehörden Kriminalität mit weniger gesammelten Daten bekämpfen könnten, nicht mit mehr. Größere „Heuhaufen“ an Kundendaten machten die Nadeln schwerer auffindbar und erhöhten das Risiko von Lecks. Als Lösungen nannte sie kryptografische Verfahren wie Zero-Knowledge-Proofs und attributbasierte Credentials, mit denen sich etwa das Alter oder ein von Sanktionslisten unabhängiger Status bestätigen lässt, ohne persönliche Daten preiszugeben. Zudem forderte sie, dass Firmen Identitätsprüfungen anderer regulierter Institute nutzen dürfen, statt dieselben Daten immer wieder zu erheben.
Diese Position ist ihre persönliche Ansicht als Kommissarin, keine offizielle SEC-Richtlinie. Mit ihrem Abgang bleiben der SEC von fünf Sitzen zwei besetzt, jene von Atkins und Uyeda, beide Republikaner, das Minimum, um handlungsfähig zu bleiben. Ob das Weiße Haus freie Sitze besetzt, ist offen. Das Weiße Haus hat bislang keine demokratischen Kandidaten benannt.
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